
ASUS ROG Gjallar am PC: Was die Gaming-Soundbar am Schreibtisch taugt
ASUS hat mit der ROG Gjallar eine Soundbar im Programm, die ausdrücklich für den Rechner gedacht ist. Sie kommt mit einem kabellosen Subwoofer und einer separaten Bedieneinheit. Für wen sich das lohnt, hängt weniger am Klang als an zwei Fragen: Welche Anschlüsse brauchst du wirklich, und wo soll der Subwoofer stehen.
Kurz und knapp
- Die Gjallar hat einen 3,5-mm-Klinkeneingang und einen optischen Eingang. Damit läuft sie an jedem Rechner, auch ohne HDMI-Monitor.
- Der USB-C-Anschluss ist kein Audioeingang. ASUS sagt ausdrücklich, dass er nur die Bedieneinheit anbindet.
- Zum System gehören drei Geräte: Soundbar, Subwoofer und Bedieneinheit. Der Subwoofer wiegt laut ASUS 5,7 Kilogramm.
- Wer in einer Mietwohnung sitzt oder abends spielt, hat vom Subwoofer wenig. Dann ist ein System ohne ihn die ehrlichere Wahl.
Inhaltsverzeichnis
Drei Geräte, nicht eins

Die Gjallar ist kein einzelner Riegel, der vor den Monitor kommt. ASUS liefert drei Teile: die Soundbar selbst, einen kabellosen Subwoofer und einen Audio-Control-Hub, also eine kleine Bedieneinheit für Klangeinstellungen, Eingangswahl und Beleuchtung.
Die Gewichte verraten, wie sich das verteilt. ASUS nennt in den technischen Daten Soundbar 2,4 kg, Subwoofer 5,7 kg und Control Hub 0,191 kg (ASUS ROG, abgerufen am 24. September 2026). Der Subwoofer ist also das schwerste Stück und braucht einen eigenen Platz.
Das ist der erste Punkt, an dem sich entscheidet, ob das System zu deinem Schreibtisch passt. Die Soundbar geht vor oder unter den Monitor. Die Bedieneinheit will in Reichweite der Hand liegen, sonst hat sie keinen Sinn. Der Subwoofer gehört auf den Boden. Wie viel Platz eine Soundbar am Monitor überhaupt braucht, haben wir in Soundbar unter dem PC-Monitor genauer beschrieben.
Die Anschlüsse sind die gute Nachricht
Hier unterscheidet sich die Gjallar von vielen Soundbars, die eigentlich für den Fernseher gebaut sind. ASUS führt in den Spezifikationen USB-A, einen 3,5-mm-Anschluss, Bluetooth 5.3, HDMI IN, HDMI OUT mit eARC und einen optischen Anschluss.
Für den PC heißt das im Einzelnen:
- 3,5-mm-Klinke funktioniert an jedem Rechner. Das ist der direkte Weg, den viele Soundbars gar nicht mehr anbieten.
- Optisch geht, wenn dein Mainboard einen solchen Ausgang hat. Er heißt dort meist S/PDIF und überträgt den Ton digital, ohne Störgeräusche aus dem Rechner.
- HDMI ist doppelt vorhanden, einmal als Eingang und einmal als Ausgang mit eARC. eARC ist die erweiterte Rückkanalfunktion von HDMI, über die ein Bildschirm Ton zurück an die Soundbar schickt.
- Bluetooth 5.3 verbindet Handy oder Notebook drahtlos, bringt aber Latenz mit, also eine kleine Verzögerung zwischen Bild und Ton. Beim Musikhören fällt das nicht auf, im Spiel schon.
Das Durchschleifen ist für Spieler wichtig. ASUS gibt für HDMI 2.1 ein Pass-Through bis 4K bei 120 Hertz an, verlustfrei und mit geringer Latenz (ASUS ROG, abgerufen am 24. September 2026). Der Rechner geht also in die Soundbar, die Soundbar in den Monitor, und das Bild verliert dabei nichts.
USB-C liefert keinen Ton
Diesen Punkt sollte man kennen, bevor man das Kabel sucht. An der Gjallar sitzt ein USB-C-Anschluss, und der sieht aus wie ein Audioeingang. Er ist keiner.
ASUS beantwortet die Frage in den eigenen Hinweisen zum Produkt direkt. Der Anschluss sei ausschließlich für die Verbindung der Bedieneinheit mit der Soundbar vorgesehen. Audiowiedergabe, Stromversorgung und Datenübertragung mit einem PC unterstütze er nicht. Wer also erwartet, den Rechner per USB-Kabel anzuschließen, wie es bei vielen PC-Lautsprechern geht, wird das hier nicht können. An anderer Stelle führt ASUS USB-C auf derselben Seite unter den Verbindungswegen auf. Maßgeblich ist die ausdrückliche Antwort in den Produkthinweisen.
Zwei weitere USB-Anschlüsse gibt es trotzdem. ASUS beschreibt zwei USB-Typ-A-Buchsen an der Seite der Soundbar, die als Verteiler für andere Geräte dienen. Für den Ton sind auch sie nicht gedacht.
Der Subwoofer ist die eigentliche Entscheidung

ASUS beschreibt den Subwoofer mit 65 Watt und einem 165 Millimeter großen Treiber, also gut 6,5 Zoll. Er arbeitet drahtlos über eine Funkstrecke im 5-Gigahertz-Band, was laut Hersteller die Verzögerung klein hält.
Watt sagt dabei nichts über die Lautstärke, die du am Schreibtisch brauchst. Die Zahl beschreibt, wie viel elektrische Leistung der Verstärker in den Treiber schicken kann. Praktisch bedeutet ein Subwoofer dieser Größe: Er spielt tiefer, als eine Soundbar allein es könnte. Dabei überträgt er Körperschall in den Boden, also Schwingungen, die sich durch feste Bauteile ausbreiten statt durch die Luft.
Genau daran hängt die Kaufentscheidung. Tiefe Töne gehen durch Wände und Decken, und sie lassen sich nicht leise stellen, ohne dass der Effekt verschwindet. Wer zur Miete wohnt, wer abends spielt oder wer ein Zimmer über einer anderen Wohnung hat, wird den Subwoofer selten aufdrehen. Dann zahlt man für ein Bauteil, das im Schrank steht.
Umgekehrt ist der Subwoofer der Grund, warum dieses System überhaupt tiefer klingt als zwei Lautsprecher neben dem Monitor. Wenn du ein eigenes Zimmer im Erdgeschoss hast oder tagsüber spielst, ist er der Unterschied. Welche 2.1-Systeme mit Subwoofer sich lohnen, steht in unserer Übersicht zu den besten 2.1-PC-Lautsprechern.
Was 2.1.2 am Schreibtisch bedeutet
Die Zahlenreihe zählt Kanäle. Zwei Kanäle auf Ohrhöhe, ein Basskanal, zwei Höhenkanäle. Die Höhenkanäle strahlen nach oben, ihr Schall wird von der Decke zurückgeworfen und trifft von dort beim Hörer ein. So erzeugt Dolby Atmos den Eindruck, dass Geräusche über dir stattfinden.
ASUS nennt für die Soundbar vier Breitbandlautsprecher mit 50 Millimetern, zwei Hochtöner mit 27 Millimetern und den Subwoofer mit 165 Millimetern. Den Frequenzgang gibt der Hersteller mit 50 bis 20.000 Hertz an, also welche Tonhöhen das System überhaupt wiedergibt.
Der Höheneffekt hat am Schreibtisch aber eine Bedingung, die im Wohnzimmer selbstverständlich ist: Abstand. Der reflektierte Schall legt den Weg über die Decke zurück, der direkte nur einen halben Meter. Je größer dieser Unterschied ausfällt, desto weniger bleibt vom Höhenanteil übrig. Das ist unsere Einschätzung aus der Bauart, keine Messung, aber sie gilt für jede Soundbar mit nach oben gerichteten Treibern. Wir haben sie zuletzt an der Sonos Beam Ultra durchgerechnet.
Wer am Schreibtisch vor allem Ortung im Spiel will, also hören möchte, aus welcher Richtung ein Schritt kommt, fährt mit einem sauberen Stereopaar oft besser. Wann sich echtes Surround am Schreibtisch lohnt und wann nicht, klärt unser Beitrag 5.1 am PC.
Bedienung, Mikrofone und Beleuchtung

Die Bedieneinheit ist das, was diese Soundbar von einem Fernsehermodell unterscheidet. Über sie stellst du laut ASUS Klangprofile, Wiedergabe, Eingangsquelle und Beleuchtung ein, ohne in ein Bildschirmmenü zu wechseln. Am Rechner ist das praktischer als eine Fernbedienung, die zwischen Tastatur und Monitor liegt.
Dazu kommen Mikrofone in der Soundbar. ASUS beschreibt sie als AEC-Mikrofone, wobei AEC für akustische Echounterdrückung steht. Die Technik filtert den Ton heraus, den die Soundbar selbst gerade abspielt. Dein Gegenüber im Gespräch hört dadurch kein Echo. Den Frequenzbereich der Mikrofone gibt ASUS mit 100 bis 10.000 Hertz an, was für Sprache reicht.
Einstellen lässt sich das über Gear Link, eine Bedienoberfläche, die ASUS als Web-Portal und als App beschreibt und für die keine Installation nötig sein soll. Dazu gibt es RGB-Beleuchtung und ein kleines Display, auf das sich eigene Bilder laden lassen. Ob das ein Argument ist, entscheidest du selbst.
Für wen sie nicht taugt
Drei Fälle sprechen dagegen, und sie haben nichts mit der Qualität des Geräts zu tun.
Du arbeitest hauptsächlich im Videogespräch. Dann brauchst du Sprachverständlichkeit, keinen Subwoofer. Ein gutes Stereopaar oder ein Headset löst das billiger und platzsparender. Die Gegenüberstellung steht in Soundbar oder Stereopaar am PC.
Du wohnst zur Miete mit Nachbarn unter dir. Der Subwoofer trägt den größten Teil des Systemgewichts und ist zugleich das Bauteil, das du am seltensten nutzen darfst.
Dein Schreibtisch ist voll. Soundbar, Bedieneinheit und Subwoofer wollen drei Plätze. Wenn der Monitorfuß schon die halbe Fläche einnimmt, wird es eng.
Bleibt der Fall, für den ASUS die Gjallar gebaut hat: ein eigener Spieleplatz mit Platz auf dem Boden und wechselnden Quellen, gesteuert über eine Bedieneinheit. Dafür ist die Anschlussvielfalt ein echtes Argument, gerade weil Klinke und optischer Eingang dabei sind.
Häufige Fragen und Antworten (FAQ)
Kann ich die ROG Gjallar per USB an den PC anschließen?
Nein. ASUS schreibt zum USB-C-Anschluss, dass er ausschließlich die Bedieneinheit anbindet und weder Audiowiedergabe noch Datenübertragung mit einem PC unterstützt. Für den Ton nimmst du Klinke, den optischen Ausgang, HDMI oder Bluetooth.
Brauche ich einen Monitor mit HDMI eARC?
Nein. eARC ist nur einer von mehreren Wegen. Da die Gjallar einen 3,5-mm-Eingang und einen optischen Eingang mitbringt, läuft sie auch an einem Monitor ohne diese Funktion.
Lässt sich der Subwoofer weglassen?
Er gehört zum System und verbindet sich drahtlos. Er hat ein eigenes Netzkabel, du kannst ihn also ausgeschaltet lassen. Wer sicher weiß, dass er keinen Bass aufdrehen wird, braucht dieses System aber gar nicht erst.
Was bedeutet 2.1.2 bei einer Soundbar?
Die drei Zahlen zählen Kanäle: zwei auf Ohrhöhe, einen für den Bass, zwei nach oben. Die beiden oberen erzeugen über die Deckenreflexion den Höheneindruck, den Dolby Atmos vorsieht.
Wie weit sollte ich von der Soundbar entfernt sitzen?
Für den Höheneffekt gilt: je mehr Abstand, desto besser. Am Schreibtisch sitzt du meist einen halben Meter entfernt, und dort wirkt vor allem der direkte Schall. Der Rest des Systems funktioniert trotzdem.
Funktioniert die Soundbar auch an Konsole und Handy?
ASUS führt als unterstützte Plattformen unter anderem PC, Mac, PlayStation 4 und 5, Nintendo Switch, Xbox sowie iOS- und Android-Geräte. Über Bluetooth kommen weitere Geräte dazu.
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