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Zwei schwarze Edifier MR3 auf einem Regalbrett, links eine Ziegelwand, daneben Mikrofon, Notenständer und ein Monitor mit Audiosoftware

Edifier MR3 am PC: Was die Monitor-Boxen am Schreibtisch können

Der Edifier MR3 ist ein kompaktes Boxenpaar mit vier Eingangsarten: 3,5-Millimeter-Klinke, Cinch (die rot-weißen Buchsen), ein symmetrischer Eingang und Bluetooth. Der Hersteller führt ihn als Studiomonitor, also als Lautsprecher, der möglichst unverfälscht wiedergeben soll. Mit dem Bildschirm hat der Name nichts zu tun.

Ob dir die Ausstattung am Schreibtisch etwas bringt, hängt davon ab, was du an den PC hängst und wie du die Boxen aufstellst. Wir haben den MR3 nicht selbst gehört. Dieser Artikel stützt sich auf die Angaben des Herstellers und sagt dazu, was sie am Schreibtisch bedeuten. Wie die Boxen klingen, können wir dir deshalb nicht sagen.

Kurz und knapp

  • Am PC reicht die 3,5-Millimeter-Klinke. Der symmetrische Eingang, ein Anschluss für Studiotechnik, den der Hersteller rauscharm nennt, ist für Audio-Interfaces gedacht, also für kleine Kästchen zwischen Rechner und Boxen. Am reinen PC brauchst du ihn nicht.
  • Bluetooth bringt eine Verzögerung mit, deshalb gehört der PC bei Videos und Spielen per Kabel an die Boxen. Als Codec nennt der Hersteller nur SBC, das einfachste Standardverfahren zur Tonkomprimierung.
  • Der Frequenzgang, also der Bereich der wiedergegebenen Tonhöhen, beginnt laut Hersteller bei 52 Hertz. Der tiefste Bass dürfte fehlen, und ein Subwoofer-Ausgang steht nicht in den Herstellerangaben.
  • Gegen die Reflexion der Tischplatte nennt der Hersteller eine Einstellung namens Desktop Control. Ein Sockel unter den Boxen bleibt trotzdem die sicherere Maßnahme.

Inhaltsverzeichnis

  • Was der Hersteller angibt
  • Am PC reicht die Klinke
  • Bluetooth ist bequem, der Codec ist schlicht
  • Zwei Regler und eine App passen die Boxen an den Raum an
  • Der Frequenzgang beginnt erst bei 52 Hertz
  • Für wen der MR3 passt und für wen nicht
  • Häufige Fragen und Antworten (FAQ)
  • Brauche ich ein Audio-Interface für den MR3?
  • Kann ich Rechner und Handy gleichzeitig anschließen?
  • Ist der MR3 ein echter Studiomonitor?
  • Wie vermeide ich Verzögerungen bei der Wiedergabe?

Was der Hersteller angibt

Die folgenden Werte stammen vom Hersteller und nicht aus einer Messung (Edifier, abgerufen am 8. November 2026).

Angabe Wert laut Hersteller
Bauform 2.0, eine aktive und eine passive Box
Lautsprecher 3,5 Zoll Tiefmitteltöner (für Bass und Mitten), 1 Zoll Hochtöner mit Membran aus Seide
Leistung 18 + 18 Watt RMS (Dauerleistung der Verstärker)
Frequenzgang 52 bis 40.000 Hertz
Höchster Schalldruck 92,5 Dezibel, Spitzenwert in 1 Meter Abstand
Eingänge symmetrisch 6,35 mm (TRS), Cinch (rot-weiße Buchsen), 3,5 mm (AUX), Bluetooth
Bluetooth Version 5.4, Codec SBC, zwei Geräte gleichzeitig
Kopfhörerausgang 3,5 mm
Maße 125,5 × 220 × 185 mm (aktive Box, Breite × Höhe × Tiefe)
Gewicht 3,85 kg netto (ohne Angabe, ob für eine Box oder das Paar)

Der Hersteller führt den MR3 als aktiven Studiomonitor und gibt einen flachen Frequenzgang an. Ob das so ausfällt, haben wir nicht gemessen.

Eine Box ist aktiv und hat den Verstärker eingebaut. Die zweite ist passiv und hängt per Kabel an der ersten. Ob dieses Kabel im Karton liegt und ob ein Klinkenkabel für den Rechner dabei ist, nennt der Hersteller nicht. Das klärst du vor dem Kauf.

Die Wattzahl sagt nichts über die Lautstärke aus. Sie beschreibt, was die Verstärker dauerhaft liefern, nicht was am Ohr ankommt. Aussagekräftiger ist der Schalldruck, also wie laut es in einem Meter Abstand höchstens wird. Der Wert von 92,5 Dezibel ist ein Spitzenwert, kein Dauerpegel. Der Hersteller schreibt dazu, die Boxen seien für das Hören aus der Nähe gedacht und füllten auch einen mittelgroßen Raum. Am Schreibtisch, wo du nah an den Boxen sitzt, ist Lautstärke selten die Frage.

Edifier zeigt den MR3 außerdem in einem kurzen Video von 32 Sekunden Länge. Es ist Herstellerwerbung und zeigt die Ausstattung, keinen Test.

Am PC reicht die Klinke

Der MR3 hat vier Wege hinein. Für den Rechner ist der einfachste der 3,5-Millimeter-Eingang, bei Edifier AUX genannt. Das ist derselbe Steckertyp, den auch die meisten Kopfhörer haben. Ein Kabel vom Kopfhörerausgang deines Rechners genügt, ein Audio-Interface brauchst du dafür nicht.

Rückseite und Vorderseite der aktiven Edifier MR3 mit beschrifteten Anschlüssen: TRS symmetrisch, Cinch unsymmetrisch, vorn Kopfhörerausgang und AUX

Das Herstellerbild zeigt, wo was sitzt. Symmetrischer Eingang und Cinch liegen hinten, Kopfhörerausgang und AUX vorn an der aktiven Box. Der Kopfhörerausgang ist eine eigene Buchse und nicht der AUX-Eingang. Praktisch, wenn der Kopfhörer sonst am Rechner umgesteckt werden müsste.

Die Besonderheit ist der symmetrische Eingang. Symmetrisch heißt: Das Signal läuft über zwei gegenläufige Leitungen, und Störungen, die sich das Kabel unterwegs einfängt, rechnet der Verstärker am Ende heraus. Der Hersteller nennt ihn rauscharm und gibt ihn als Anschluss für Audio-Interfaces und Mischpulte an. Auf der Bühne laufen symmetrische Signale meist über XLR-Stecker, das sind dreipolige Rundstecker. Die Herstellerangaben nennen keine XLR-Buchse, sondern eine 6,35-Millimeter-Klinke mit der Bezeichnung TRS. Auf dem Herstellerbild sind es zwei Buchsen, je eine für links und rechts.

Wer nur einen Rechner anschließt, braucht diesen Eingang nicht. Er lohnt sich, wenn du Musik mit einem Audio-Interface produzierst, also mit einem kleinen Kästchen, das Instrumente und Boxen mit dem Rechner verbindet.

Cinch und AUX lassen sich laut Hersteller gleichzeitig mit mehreren Geräten verbinden. Der PC kann an der Klinke hängen, ein zweites Gerät wie ein Fernseher oder eine Konsole an Cinch, sofern es einen analogen Ausgang hat.

Einen USB-Eingang führen die Herstellerangaben nicht auf. Gibt dein Rechner den Ton nur über USB-C aus, brauchst du einen kleinen Adapter auf Klinke. Die Vulkkano Desk nimmt den Ton laut Hersteller dagegen direkt per USB-C an, wie wir in ihrem eigenen Beitrag beschreiben.

Bluetooth ist bequem, der Codec ist schlicht

Bluetooth 5.4 ist an Bord, und der MR3 hält laut Hersteller zwei Geräte gleichzeitig verbunden. Rechner und Telefon bleiben also gekoppelt, und du wechselst zwischen ihnen.

Der Hersteller nennt nur SBC. Das ist der Standard-Codec, also das Verfahren, mit dem Bluetooth das Tonsignal komprimiert, und jedes Bluetooth-Audiogerät beherrscht es. Bessere Verfahren wie aptX oder LDAC stehen nicht in den Herstellerangaben. Für Podcasts und Musik nebenbei reicht das. Bei Videos, Spielen und Videoschnitt ist die Verzögerung das größere Problem: Der Ton kommt über Funk später an als das Bild.

In seinen FAQ geht der Hersteller auf Verzögerungen bei der Wiedergabe ein (Edifier, abgerufen am 8. November 2026). Er nennt zwei Gegenmittel und sagt nicht, ob sie nur Bluetooth betreffen. Ein Update der Firmware, also der Software im Gerät, über die App ConneX soll die Verzögerung senken. Außerdem geht der MR3 laut Hersteller in einen Netzwerk-Standby. Das passiert, wenn 15 Minuten lang nichts abgespielt und weder an der Box noch in der App etwas bedient wird. Danach kann es zu Verzögerungen kommen. Ausschalten lässt sich dieser Standby so: Lautstärke auf null drehen und den Lautstärkeknopf doppelt drücken. Blinkt die Anzeige vorn einmal, ist er aus.

Am verlässlichsten bleibt trotzdem das Kabel, weil dann keine Funkstrecke dazwischen liegt.

Zwei Regler und eine App passen die Boxen an den Raum an

Laut Hersteller sitzen auf der Rückseite zwei Drehregler. „High“ hebt oder senkt die Frequenzen über 10.000 Hertz um bis zu 6 Dezibel. „Low“ tut dasselbe für die Frequenzen rund um 125 Hertz. Das ist eine grobe Klangregelung, mit der du die Boxen an den Raum anpasst.

Dazu nennt der Hersteller drei weitere Einstellungen. „Low Cutoff“ senkt tiefe Frequenzen ab, passend zu Form und Größe des Raums. „Acoustic Space“ gleicht Mitten und Bässe aus, die durch die Aufstellung angehoben werden. „Desktop Control“ soll die Reflexion der Tischplatte ausgleichen. Der Hersteller trennt nicht, welche davon am Regler und welche in der App liegen.

Dieses Tischproblem ist real: Der Schall erreicht dein Ohr direkt und über die Tischplatte, und beide löschen sich in manchen Bereichen teilweise aus. Eine Einstellung verändert die Balance zwischen Höhen, Mitten und Bässen. An der Auslöschung selbst ändert sie wenig. So erklären wir es in unserem Beitrag zu Studiomonitoren am PC, dort mit den Aufstellungsregeln. Ein Sockel, der die Box vom Tisch trennt, bleibt die sicherere Lösung.

Auf dem Herstellerbild der Rückseite ist oben eine große Öffnung zu sehen. Bei Lautsprechern dieser Art ist das meist ein Bassreflexkanal, ein Rohr, das den Bass verstärkt. Dahinter sollte Luft bleiben: Steht die Box eng an der Wand, kann der Bass dröhnen.

Der Frequenzgang beginnt erst bei 52 Hertz

Laut Hersteller reicht der Frequenzgang von 52 bis 40.000 Hertz. Die obere Grenze liegt weit über dem, was Menschen hören, nach gängiger Faustregel etwa 20.000 Hertz. Interessant ist die untere. Unterhalb davon dürfte es noch leiser werden, das Grollen in Filmen und der tiefste Bass elektronischer Musik fehlen also vermutlich.

Frequenzgangkurve des Herstellers für den Edifier MR3: weitgehend gerader Verlauf bei etwa 80 Dezibel ab 80 Hertz, darunter abfallend

Der Hersteller zeigt dazu eine Kurve. Sie verläuft ab etwa 80 Hertz weitgehend gerade und fällt darunter deutlich ab. Bei 52 Hertz liegt sie schon sichtbar unter dem Pegel der Mitten. Der Hersteller nennt zu dieser Grenze keine Toleranz in Dezibel. Die Kurve ist eine Herstellerkurve und keine unabhängige Messung.

Ein Subwoofer-Ausgang steht nicht in den Herstellerangaben, und auf dem Bild der Rückseite ist auch keiner zu sehen. Ein Subwoofer lässt sich nach diesen Angaben also nicht direkt anschließen.

Für wen der MR3 passt und für wen nicht

Der Edifier MR3 passt an einen Schreibtisch, an dem zwei Boxen von gut 12 Zentimetern Breite Platz haben. Der Ton sollte vor allem aus dem Rechner kommen. Wer zwischendurch ein zweites Gerät anschließt oder Musik mit einem Interface macht, findet die Eingänge dafür. Dazu kommt die Anpassung per Regler und App.

Wenn du Tiefbass willst, etwa für Filme und Spiele mit Explosionen, spricht der Frequenzgang ab 52 Hertz gegen den MR3. Ein System mit Subwoofer ist dann die bessere Richtung, zum Beispiel aus unserer Übersicht der besten 2.1 PC Lautsprecher.

Wenn dein Schreibtisch schmal ist, brauchen zwei Boxen samt Abstand mehr Platz als eine Soundbar. Was wann besser klingt, steht in unserem Vergleich Soundbar oder Stereopaar am PC.

Wenn du Bluetooth als Hauptanschluss planst, reicht SBC für Hintergrundmusik, aber nicht für alles, bei dem Ton und Bild zusammenpassen müssen.

Wenn dein Rechner nur USB-C ausgibt, kostet dich der MR3 einen Adapter. Dann lohnt ein Blick auf Geräte mit USB-Eingang.

Häufige Fragen und Antworten (FAQ)

Brauche ich ein Audio-Interface für den MR3?

Nein. Am Rechner genügt die 3,5-Millimeter-Klinke. Ein Interface lohnt sich erst, wenn du Musik produzierst oder aufnimmst. Es wird dann an den symmetrischen Eingang der Boxen angeschlossen.

Kann ich Rechner und Handy gleichzeitig anschließen?

Per Bluetooth ja: Der MR3 hält laut Hersteller zwei Bluetooth-Geräte gleichzeitig verbunden, also lassen sich Rechner und Handy beide koppeln. Weitere Geräte mit analogem Ausgang lassen sich laut Hersteller gleichzeitig an Cinch und AUX anschließen. Wie der MR3 zwischen Kabel und Bluetooth umschaltet, nennt der Hersteller nicht.

Ist der MR3 ein echter Studiomonitor?

Der Hersteller führt ihn als aktiven Studiomonitor mit flachem Frequenzgang. Ob er so neutral klingt wie reine Studiomodelle, haben wir nicht gemessen. Ein Unterschied liegt bei den Anschlüssen: Studiomonitore haben meist kein Bluetooth und brauchen meist ein Audio-Interface. Der MR3 hat Bluetooth und eine 3,5-Millimeter-Klinkenbuchse für den direkten Anschluss.

Wie vermeide ich Verzögerungen bei der Wiedergabe?

Am sichersten mit Kabel. Der Hersteller nennt zwei Dinge: die Firmware über die App aktualisieren und den Netzwerk-Standby ausschalten, so wie oben beschrieben. Ob sie nur für Bluetooth gelten, sagt er nicht.

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Lukas
https://www.pclautsprecher-test.de/
Lukas Brandt ist Redakteur mit den Schwerpunkten PC-Lautsprecher, Soundbars und Desktop-Audio. Er beschäftigt sich seit mehreren Jahren intensiv mit Audio-Hardware für den PC- und Wohnbereich und testet regelmäßig aktuelle Lautsprechersysteme, Soundbars und Zubehör. Sein Fokus liegt auf Klangqualität, praxisnahen Tests und einem fairen Preis-Leistungs-Vergleich, um den Lesern eine fundierte Kaufentscheidung zu ermöglichen.
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